Auf dem Stadtfriedhof Stöcken

Rauchschwalbe Stadtfriedhof Stöcken Foto Melanie

Die Kapelle am Haupteingang strahlt neugotisch-ziegelsteinrot, die Sonne kleidet sich mit ihr. Rauchschwalben bewachen ihre lehmklebrigen Nester an den milchigen Deckenlampen in den Seiteneingängen. Sie rufen wid wid und es klingt ein bisschen wie das französische vite! Bah, vite! Nun mach aber schnell. So gerne sie auf den Vorsprüngen der Kapelle sitzen, so gerne fliegen sie über den Platz vor dem Eingang des Stadtfriedhof Stöcken. Sie gleiten in Bildern, rasant und schön.

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Auf dem Flohmarkt

Rebecca_Faust

Es ist voll auf dem Faustgelände. Die Flohmarktbesucher drängeln sich an den Ständen vorbei. Ihre Blicke wandern geübt über die angebotenen Waren, immer auf der Suche nach dem nächsten Schnäppchen. Die Verkäufer hingegen wirken entspannt. Sie sitzen mit Kaffeebechern auf Campingstühlen, blinzeln in der Sonne oder schnacken mit Kunden. Man kennt sich hier.
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Samstags am ZOB

Rebecca_ZOB

Hinter dem ZOB stehen mehrere Polizeiwagen. Davor ein Dutzend Polizisten, die an ihren Uniformen zupfen. „Pegida oder Fußball?“, fragt ein Mädchen. Ihre Frage wird durch eine Gruppe von Männern in roten Trikots beantwortet. Die Polizistin ganz vorn zieht die Schultern nach hinten und sieht sofort fünf Zentimeter größer aus. Die Männer gehen stumm an ihr vorbei und schlurfen mit den Füßen.
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Regen in Herrenhausen

Georgengarten Hannover Foto Melanie

Es ist still. Als hätte jemand einen Schalter umgelegt und die Geräusche abgesogen. Keine Hubschrauber, keine Sirenen, keine Stadtbahn. Selbst das Rauschen der Autos geht in Regen über. Die Tore zum Großen Garten der Herrenhäuser Gärten stehen offen, Männer in Overalls und festem Schuhwerk laufen über das Gelände neben dem Herrenhäuser Schloss. Sie packen ein, sie räumen auf. Ich stehe unschlüssig vor dem Tor. Darf ich rein? Niemanden kümmert’s.

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Auf dem Frühlingsfest

Fruehlingsfest Hannover Foto Melanie

Es fängt damit an, dass wir nicht wissen, wie wir von der Menschen- und Fahrgeschäftsansammlung auf dem Schützenplatz sprechen sollen: Jahrmarkt, Rummel, Kirmes? „Bei uns heißt es Rummel“, sagt T. „Sagen wir auch“, stimmen S. und J. zu. „Nee“, sage ich. „Das heißt Kirmes.“ C. wird mir recht geben, denke ich, aber C. ist noch nicht da und später werde ich vergessen, ihn danach zu fragen. Weil wir alle nicht gebürtig aus Hannover sind, verebbt die Diskussion schnell, ich sage einfach weiter Kirmes, die anderen scheinen nicht einverstanden zu sein mit dem offiziellen – und zugegeben – auch etwas verfehlten, weil falsch konnotierten Titel „Frühlingsfest“ und umgehen eine konkrete Benennung. Im Grunde sagen sie nur noch: „Nicht das Schützenfest“.

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Auf halber Linie zur Messe/Nord

Melanie_Aegi
Am Hauptbahnhof geht ein Mann mit einem Blindenhund im Geschirr die Treppe herunter. Der Mann ist nicht blind und der Hund noch kein Blindenhund, aber er lernt eifrig und führt die Befehle immer und immer wieder aus. Beim Einsteigen in die Stadtbahn der Linie 8 gen Messe/Nord fällt eine Mutter mit Kinderwagen auf. Sie hat eine etwa fünfjährigen Tochter bei sich. Das Mädchen läuft durch den ganzen Waggon und ignoriert das Rufen ihrer Mutter. Erst als diese demonstrativ „Tschüß“ zu ihr ruft, steigt die Kleine in letzter Sekunde am Kröpcke mit aus.
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Frühlingsgefühle

Rebecca_Frühlingsgefühle

Es ist Frühling in Hannover. So richtig, mit Sonnenschein und Kirschblüten und dem ersten Eis des Jahres. Also dem ersten richtigen Eis: die Packung Ben&Jerrys beim Game of Thrones – Marathon neulich zählt nämlich nicht. Es müssen Eiskugeln sein, in der Waffel, für Profis auch mit Streuseln.
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