Zwei Pints in Galway


Fast läuft man am
The Crane vorbei. Das kleine weiße Haus an der Straßenecke wirbt nicht mit Leuchtreklame, hat nur ein einziges Fenster und eine Tür ohne „Open“-Schild. Drinnen sitzen eine Handvoll Männer an der Bar und nicken den Hereinkommenden zu. Der Wirt trocknet den ganzen Abend seelenruhig Gläser ab und reagiert auf jede Bestellung mit „Of course, my dear“. Es läuft leise irische Musik im Hintergrund.
Weiterlesen

Advertisements

Die Pakete der Anderen


Es gibt eine Sache, die in Wohnungsanzeigen immer verschwiegen wird. Zusätzlich zu den drei hellen Zimmern, dem renovierten Badezimmer und dem Laminatfußboden gehört zu der Wohnung im ersten Stock auch immer ein wichtiges Amt innerhalb der Wohngemeinschaft: Die Paketannahmestelle. Belohnung dieses Amtes sind ein ausgezeichneter Kontakt zu den Paketboten der ortsansässigen Unternehmen und ein ziemlich guter Überblick über die Bewohner des Hauses.
Weiterlesen „Die Pakete der Anderen“

St. Peter-Ording im Winter

rebecca_stpeterording
Die Seebrücke ist lang, viel länger als wir es gewohnt sind. Wir stiefeln minutenlang über die gelbbraunen Salzwiesen, bis wir zum Strand kommen. Du fängst an zu seufzen, als du die weiße Weite siehst und wir laufen bis zu den Wellen. Wenn wir uns hier schnell um uns selbst drehen würden, wäre nur weiß zu sehen, als stünden wir nicht an der Nordsee sondern am Nordpol.
Weiterlesen „St. Peter-Ording im Winter“

Dresden

rebecca_dresden
Im Dresdner Zwinger läuft ein Barockpärchen herum. Sie tragen bunte Kleidung aus einem vergangenen Jahrhundert, sie im Reifrock, er mit Perücke und Strumpfhosen. Sie lächeln in die Runde und winken nach links und rechts, werden von den Passanten aber nur mit gutmütigem Desinteresse bedacht. Kameras blitzen in Richtung der Barockfassade, Kinder werden vor Fontänen platziert um die perfekten Urlaubsgrüße für die Oma zu knipsen. Ein Hund bellt aufgeregt hinter einer Amsel hinterher.
Weiterlesen

Wish Trees

rebecca_wish-trees
Weiße Etiketten hängen in den jungen Bäumen, die entlang der Hafenkante der Papierinsel aufgestellt sind. Vereinzelt stehen Menschen zwischen den Ästen und knoten weitere Zettel zwischen die Blätter. In der Mitte des kleinen Waldes steht ein Tisch mit einem Stapel Papier, ein paar Stiften und einer Rolle Draht. Darunter zieht sich der Schriftzug Wish Trees um den Tisch.
Weiterlesen „Wish Trees“

Morgens auf dem Fischmarkt

Rebecca_Fischmarkt
Ich kann gar nicht mehr zählen, wie viele wichtige Erinnerungen für mich am Hamburger Hafen hängen. Mehr als einmal habe ich hier schon darüber geschrieben. Eine dieser Erinnerungen ist auf den Tag genau zwei Jahre her. Nach einem Grillabend auf dem Balkon haben wir spontan beschlossen, doch noch Touri zu spielen und früh morgens zum Fischmarkt zu fahren. Es gibt kaum Fotos davon, niemand wollte seine Augenringe in die Kamera halten. Aber ich habe Bilder im Kopf, wie du neugierig zwischen den Buden hin und her läufst. Ich erzähle das Großstadtmärchen, in dem Betrunkene ein lebendiges Huhn auf dem Markt kaufen und am nächsten Morgen den Schreck ihres Lebens bekommen. Du erwägst sofort, auch eines zu kaufen. Wir kaufen stattdessen Obst und Fischbrötchen und stehen noch lange zu dritt an der Hafenmauer. Dein müdes, grinsendes Gesicht im Morgenlicht ist meine Lieblingserinnerung an dich.
Weiterlesen

Marseille

Rebecca_Marseille

Es dauert ziemlich lange, bis sich die Landschaft vor dem Fenster verändert. Stundenlang Felder und Häuser, wie wir sie längst kennen. Erst kurz vor der Dämmerung endlich die ersten gelb gestrichenen Häuser mit den orangefarbenen Ziegeln und den großen Fensterläden. Vereinzelt Olivenbäume, dann wird es dunkel.
Weiterlesen