Auf halber Linie nach Stöcken

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Am Kröpke herrscht Samstagsgewusel, als die Linie 5 nach Stöcken einfährt. Mit den Menschen kommen auch eine Menge Einkaufstüten, zu laute Musik aus Kopfhörern und ein bellender kleiner Hund in die Bahn. Eine ältere Dame, die bereits in der Bahn gesessen hat, wirkt genervt. Am Steintor wird sie jedoch erlöst, Hund und Herrchen steigen wieder aus. Am Königsworther Platz verschwindet auch die laute Musik und die Vielzahl brauner Papiertüten aus dem Abteil. Die Dame atmet laut aus. Sie wirkt, als hätte sie zwei Stationen lang die Luft angehalten.
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Auf halber Linie nach Empelde

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Am Hauptbahnhof kommen die einsteigenden Menschen noch nicht mit der wechselnden Jahreszeit zurecht, T-Shirt-Träger stehen neben Wintermänteln. Am Kröpcke steht ein Mann mit weißer Sonnenbrille und weiß gefärbten Haaren. Er trägt ein Shirt mit Elefantenprint und hält ein Bier in der einen Hand, ein Radio in der anderen. Das Radio ist still, der Mann nickt dennoch mit dem Kopf.
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Auf halber Linie zur Messe/Nord

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Am Hauptbahnhof geht ein Mann mit einem Blindenhund im Geschirr die Treppe herunter. Der Mann ist nicht blind und der Hund noch kein Blindenhund, aber er lernt eifrig und führt die Befehle immer und immer wieder aus. Beim Einsteigen in die Stadtbahn der Linie 8 gen Messe/Nord fällt eine Mutter mit Kinderwagen auf. Sie hat eine etwa fünfjährigen Tochter bei sich. Das Mädchen läuft durch den ganzen Waggon und ignoriert das Rufen ihrer Mutter. Erst als diese demonstrativ „Tschüß“ zu ihr ruft, steigt die Kleine in letzter Sekunde am Kröpcke mit aus.
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Auf halber Linie nach Wettbergen

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Am Hauptbahnhof spricht mich schon vor dem Einsteigen eine ältere Dame an – sie kann den Fahrplan nicht lesen. Als ich ihr die Stationen vorlese, ist sie verblüfft über meine Sehstärke und stellt so lange Fragen zum Tragen von Kontaktlinsen, bis die Stadtbahn kommt.
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Auf halber Linie nach Nordhafen

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An Kröpcke steht ein Pulk aus Menschen, Taschen und Tüten. Aus der Masse setzen sich Stimmen ab. „Die Wiwis*“, sagt ein Mann mit großer Brille und Fjällräven-Parker, „sind an den dezent schwarzen Umhängetaschen zu erkennen, die suggerieren, schon jetzt bereit für den Konzern-Aktenkoffer zu sein. Studenten der Geisteswissenschaften zeigen sich in der Öffentlichkeit derzeit gerne mit einem Turnbeutel. Guck! Da drüber steht einer.“

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Auf halber Linie nach Ahlem

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Die Stadtbahn steht am Aegidientorplatz. Kurz vor Abfahrt steigen ein paar Schulkinder ein. Ihre Blicke richten sich auf Smartphonebildschirme, auf denen sie bunte Kugeln hin und her schieben. Am Thielenplatz steigen zwei Frauen dazu. Eine von ihnen trägt ein in Plastik verpacktes Kleid, grinst selig und reagiert nicht auf ihre aufgeregt plappernde Begleitung.
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Auf halber Linie nach Alte Heide

Endstadtion Alte Heide

An der Endstation in Sahlkamp wissen alle, wohin sie müssen. Manche gehen auf das Wohngebiet neben der Bahntrasse zu, andere stellen sich an die Bushaltestelle gegenüber, wieder andere kaufen sich einen Kaffee oder Zigaretten in dem dahinterliegenden Kiosk. Nur ich stehe unschlüssig auf dem breiten Bahnsteig, der mit seiner in der Mitte befindlichen Überdachung wie ein kleiner Bahnhof wirkt. Um auch ein Ziel zu haben, nehme ich mir vor, auf der Rückfahrt am Vahrenheider Markt auszusteigen und mir in der Pâtisserie Elysée ein Éclair zu gönnen. Als die Bahn am Markt hält, vergesse ich auszusteigen. Ich fahre bis Kröpcke, wechsle den Bahnsteig und warte auf die nächste Stadtbahnlinie 2 nach Alte Heide.

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