Sonntags im Park


Was zu riechen ist:
– Blumen, deren Namen unbekannt sind
– Kohle, Steaks und Bratwürste
– Gras, denn die Wiese des Parks ist frisch gemäht
– die Limo der Frau auf der Decke rechts vorne
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Zwei Pints in Galway


Fast läuft man am
The Crane vorbei. Das kleine weiße Haus an der Straßenecke wirbt nicht mit Leuchtreklame, hat nur ein einziges Fenster und eine Tür ohne „Open“-Schild. Drinnen sitzen eine Handvoll Männer an der Bar und nicken den Hereinkommenden zu. Der Wirt trocknet den ganzen Abend seelenruhig Gläser ab und reagiert auf jede Bestellung mit „Of course, my dear“. Es läuft leise irische Musik im Hintergrund.
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Aarhus

Es ist Gründonnerstag und die Straßen sind leer. Vor der Ankunft haben wir bereits gelesen, dass die Dänen über Ostern gern auf’s Land fahren. Dass das aber eine komplett leere Innenstadt bedeutet, war uns nicht klar. Wir nutzen den gesamten Platz aus, laufen in der Mitte der Straße und tanzen mit ausgestreckten Armen durch die Fußgängerzonen.
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Frühling in Amsterdam


Der Mann mit der Trompete dümpelt grinsend in der Gracht neben der Oudekirk herum. Sein Boot ist mit Sonnenblumen und bunten Bändern geschmückt und hat bereits eine Menschenansammlung verursacht. Als die Kirchen der Umgebung mit ihren Glockenspielen beginnen, setzt er seine Trompete an und spielt deren Melodie nach. Es klingt, als würde sich sein Instrument mit den Glockentürmen unterhalten und niemanden in der Runde scheint das so glücklich zu machen wie ihn. Sein Publikum applaudiert ihm lachend und er strahlt über das ganze Gesicht.
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Die Pakete der Anderen


Es gibt eine Sache, die in Wohnungsanzeigen immer verschwiegen wird. Zusätzlich zu den drei hellen Zimmern, dem renovierten Badezimmer und dem Laminatfußboden gehört zu der Wohnung im ersten Stock auch immer ein wichtiges Amt innerhalb der Wohngemeinschaft: Die Paketannahmestelle. Belohnung dieses Amtes sind ein ausgezeichneter Kontakt zu den Paketboten der ortsansässigen Unternehmen und ein ziemlich guter Überblick über die Bewohner des Hauses.
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Am Bahnsteig


Du stehst am Bahnsteig, schon wieder. Du bewegst dich blind von Ankunftsgleis zu Umstiegsgleis, schaust nicht mehr auf die Schilder, höchstens noch in die App wegen der Verspätung. Gestern Morgen beim Umzug von Freunden in Stadt A, gestern Abend zum Babysitten in Stadt B, heute Familienausflug und Rückfahrt ab Stadt C. 400 Kilometer an einem Wochenende sind gar nichts. Von den Bahnkosten könntest du jeden Monat einmal in den Urlaub fahren.
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Am Kiosk


Er hat die Ware sorgfältig in die Regale sortiert, nicht ein Zentimeter Platz in dem kleinen Raum wurde verschwendet. Sein Sortiment hält das Viertel sonntags am Leben. Chips, Süßigkeiten, Cola, Butter, Tütensuppen, Taschentücher und so ziemlich alles andere, was man am Ende des Wochenendes vermissen könnte. Eine Zeit lang hat er auch Brötchen verkauft, hat das aber wieder eingestellt. Zu oft habe er den Laden allein lassen müssen, um im Hinterzimmer die nächste Fuhre in den Ofen zu schieben, zu oft habe er Kunden enttäuschen müssen, weil die Brötchen schon ausverkauft waren.
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