Frühling in Amsterdam


Der Mann mit der Trompete dümpelt grinsend in der Gracht neben der Oudekirk herum. Sein Boot ist mit Sonnenblumen und bunten Bändern geschmückt und hat bereits eine Menschenansammlung verursacht. Als die Kirchen der Umgebung mit ihren Glockenspielen beginnen, setzt er seine Trompete an und spielt deren Melodie nach. Es klingt, als würde sich sein Instrument mit den Glockentürmen unterhalten und niemanden in der Runde scheint das so glücklich zu machen wie ihn. Sein Publikum applaudiert ihm lachend und er strahlt über das ganze Gesicht.

Der Frühling beginnt in Amsterdam, die Bäume an den Kanälen tragen hellgrüne Blätter und die Menschen schwarze Sonnenbrillen. Der Wetterbericht sagt drei Tage Regen an, der Sonne ist das aber egal und wir holen uns den ersten Sonnenbrand des Jahres. Wir laufen jede der Grachten ab, an jeder Ecke wartet eine Erinnerung und eine neues Fotomotiv. Die engen Gassen der Innenstadt sind voller Menschen, die meisten von Ihnen sprechen Deutsch. Wir halten den Mund und laufen im Slalom durch die Menge hindurch. Erst als sich die Reihen wieder lichten, reden wir wieder. Über die nächste Mahlzeit, natürlich. Es muss etwas mit P sein – Pizza, Pommes und Pancakes sind bereits abgehakt. Das Café mit dem Poffertjes-Angebot kommt uns gerade recht.

Wenn der Trubel doch zu viel wird, ist die Fähre in den Nordteil der Stadt die Rettung. Es ist noch zu kühl, um am Stadtstrand zu sitzen, aber auf dem gemütlichen Sofa in der alten Schiffshalle mit den Panoramafenstern lässt sich der Abend gut aushalten. Be happy, you’re in Amsterdam hat dort jemand an die Wand geschrieben und daneben klebt ein Sticker mit einem „Gefällt mir“-Daumen.

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