Morgens an der Kiellinie

Kiellinie Foto Melanie

Mit schwerem Gepäck joggen die Soldaten die Kiellinie entlang. In Höhe des herzförmigen Imbissstandes „Eis-König“ verlangsamen sie ihre Schritte, manch einer greift sich an den Nacken, andere führen tiefgründige Gespräche, nur die Springerstiefel brechen mit dem morgendlichen Förde-Idyll.

Es gibt es noch kein Sahne-Softeis und die Segelboote tragen Planen. Auf mosaikbunten Tierfiguren werden Kinder platziert. Drei Erzieherinnen ordnen die Kindergartentruppe nach keinem erkennbaren Muster an. „Bleibt mal ruhig“, sagen sie und „Lächeln, lächeln, lächeln“. Die Kinder lächeln nicht, die Kindern finden die Kamera doof, die Mosaiksteinchen sind rutschig.

Auf den Stufen vor dem Landtag sitzen erste Anzugträger. Manch einer taucht aus der Wiese vorm Plenarsaal auf – Tiefgaragen-Ausgang. Telefoniert wird nicht, dafür getwittert. Die Sonne ist mild und das Wasser still. Kein Delfin ist zu sehen. Die Fähre nach Laboe steuert die Reventloubrücke an. Einer ruft: „Guck mal da! Ein U-Boot!“

 

 

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