Im Hainhölzer Park

Ein Junge hält mit seinem Trekkingrad am Wegesrand, er schaut sich nicht um. Hinter ihm bleibt eine Frau mit ihrem Mountainbike stehen, steigt ab und dreht sich in die Richtung, aus der sie gekommen ist. „Na komm“, ruft sie und spricht damit ein Mädchen an, das ein paar Meter entfernt auf einem quietschbunten Laufrad sitzt. Ein gelbleuchtender Helm nimmt seinen Kopf ein, seine blonden Locken fallen ihm ins Gesicht.

Mit halboffenem Mund steht es da auf dem gepflasterten Gehweg im Hainhölzer Park, dreht seinen Kopf erst auf die eine, dann auf die andere Seite. Sobald es alles erfasst hat, fährt das Kind ein kurzes Stück nach vorne, bremst dann mit den Füßen ab. Der Kopf: erst die eine, dann die andere Seite. Die Frau ruft: „Huhu, komm endlich!“ Das Mädchen schaut, fährt an, bleibt stehen, schaut. Der Junge hat sein Smartphone aus der Hosentasche genommen. Die Frau klopft mit ihren Fingern rhythmisch auf den Sattel des Mountainbikes. Aus dem Hainhölzer Naturbad kommend, fliegt eine Krähe an. Das Mädchen legt den Kopf in den Nacken. Die Krähe landet im Baum links neben dem Kind. Das Mädchen schaut still, der Mund ist jetzt offen. Die Frau ruft: „Gleich fahren wir ohne dich!“ Die Krähe schüttelt ihr Gefieder, das Kind hebt langsam die linke Hand, spreizt die Finger, klappt sie dann auf der Handinnenfläche zusammen und spreizt sie wieder. Die Krähe erwidert den Kindergruß mit wiederholendem Nicken. Das Mädchen lächelt – und ist dann ganz fix bei seiner Mutter.

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