Morgenspaziergang

Foto: Rebecca Goldbach

Früh morgens, wenn ich zur Bahn muss oder gerade erst nach Hause gehe, riecht es rund um das Steintor nach Backwaren. Die Innenstadt ist noch angenehm leer und die wenigen Menschen, die schon wach sind, klammern sich an ihren Kaffee. Ein paar Überbleibsel der letzten Nacht hängen noch bei geöffneter Tür in der Frühbar auf ihren Barhockern und gucken aus halboffenen Augen an der energisch redenden Kellnerin vorbei.

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Café des Anges

Foto: Rebecca Goldbach

Über ihrer linken Armbeuge sind die Worte „head held high“ eintätowiert. Das scheinen allerdings die einzigen englischen Worte zu sein, die sie versteht – und da ich den Französischunterricht für das Nachholen meiner Geschichtshausaufgaben genutzt habe, sind meine Bestellversuche in beiden Sprachen ziemlich nutzlos. Sie versteht mich nicht, ich verstehe sie nicht, aber wir lachen beide und schließlich bringt sie uns einfach Wein und ein gutes Kilo Käse. Sie trägt die blonden Haare zu einem Zopf, unter dem man den Sidecut noch erahnen kann. Sie redet schnell, egal mit wem, sie serviert schnell und sie lacht schnell. Der ganze Raum scheint sie zu beobachten, wie sie zwischen den viel zu eng gestellten Tischen hin und her tanzt.

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