Am Hafen

Foto: Rebecca Goldbach
Die Menschen reden viel zu viel, hast du oft gesagt. Machen viel zu viel Lärm um nichts, anstatt einfach mal zu machen. Oder sich mal hinzusetzen und einfach nur zu gucken. Das hast du oft getan, stundenlang. Hast den ganzen Tag auf deinen Garten geschaut und am nächsten Tag begonnen, an genau der Stelle einen Teich auszuheben. Hast den ganzen Feierabend lang auf die großen Schiffe in den Docks geguckt und sie am nächsten Morgen repariert.

Ich selbst habe dich nie in einer Werft gesehen, aber meine Erinnerung an dich ist untrennbar mit den dicken Pötten verbunden, mit den großen Kränen und vor allem mit dem Hamburger Hafen. Noch heute kann ich nicht anders als mich dort jedes Mal wenigstens kurz hinzusetzen und zu gucken. Der Hafengeburtstag fällt fast immer auch auf deinen, was ich früher sehr lustig fand. All diese Menschen feiern mit dir! Du hast nur den Kopf geschüttelt – ach, Menschen. Dann hast du dich wieder deinem Teich gewidmet.

Der Teich ist nie fertig geworden und du bist inzwischen schon viel länger aus meinem Leben verschwunden als du ein Teil davon warst. Aber die Kräne und die Tanker sind noch immer da und wenn ich nicht mehr so recht weiter weiß, sitze ich dort und denke an deinen Rat. Mach einfach, wird schon klappen.

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Ein Gedanke zu “Am Hafen

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