Im Supermarkt

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Der rundliche Mann in schwarzer Stoffhose, hellblauem Hemd und dunkelblauer Krawatte läuft auf eine Kundin zu, die die Erdbeeren nicht finden kann. „Sie haben hier ja aber auch alle Sorten durcheinander!“, beschwert sich diese. Sie schüttelt heftig mit dem Kopf, dabei fliegt ihre gräuliche Dauerwelle hin und her.

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Auf halber Linie nach Stöcken

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Am Kröpke herrscht Samstagsgewusel, als die Linie 5 nach Stöcken einfährt. Mit den Menschen kommen auch eine Menge Einkaufstüten, zu laute Musik aus Kopfhörern und ein bellender kleiner Hund in die Bahn. Eine ältere Dame, die bereits in der Bahn gesessen hat, wirkt genervt. Am Steintor wird sie jedoch erlöst, Hund und Herrchen steigen wieder aus. Am Königsworther Platz verschwindet auch die laute Musik und die Vielzahl brauner Papiertüten aus dem Abteil. Die Dame atmet laut aus. Sie wirkt, als hätte sie zwei Stationen lang die Luft angehalten.
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Auf dem Lübecker Bahnhof

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Der Winter ist im Norden angekommen und eine weiße Schicht bedeckt alles in und um Lübeck. Die Reaktionen schwanken zwischen „endlich“ und „bloß nich“ und die Verkehrsverhältnisse sind gewohnt chaotisch. An diesem Sonntag aber sind die Züge im Lübecker Bahnhof pünktlich. Der ICE Richtung Hamburg steht bereits lange vor Abfahrt bereit, die Bahnangestellten plaudern auf dem Bahnsteig.
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Am Zipfel der Schlei

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Es sind Minus 8 Grad Celsius, doch die Sonne erzählt von anderen Temperaturen. Unter ihr lässt es sich aushalten, lässt sich jeder Deich erklimmen, sei er noch so flach und kiesbefangen. Während wir laufen, belärmen wir die Welt. Hier ein Schnaufen, da ein Räuspern und unsere Schuhe scharren beflissen im Kies. Erst als wir stehen bleiben, bemerken wir die Ruhe.
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St. Peter-Ording im Winter

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Die Seebrücke ist lang, viel länger als wir es gewohnt sind. Wir stiefeln minutenlang über die gelbbraunen Salzwiesen, bis wir zum Strand kommen. Du fängst an zu seufzen, als du die weiße Weite siehst und wir laufen bis zu den Wellen. Wenn wir uns hier schnell um uns selbst drehen würden, wäre nur weiß zu sehen, als stünden wir nicht an der Nordsee sondern am Nordpol.
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Mit der Linie 4 durch Dresden

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Dresden, 19.12.2016, die letzte Woche vor Weihnachten. Ist es schon in der Adventszeit eine nicht unerheblich schwierige Aufgabe, die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen, so kommt eine Fahrt mit der Straßenbahn in den wenigen Tagen vor Heiligabend einer Ausbildung zum Nahkämpfer gleich. Der Instinkt vermutet eigentlich ständig, es müsse doch gleich eine Durchsage kommen: „Wegen Überfüllung geschlossen!“ Doch die Lautsprecher bleiben stumm.

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